Beziehungsfrust?

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Alleine in den Urlaub

Meine Freun­din und ich sind seit etwa einem Jahr zusam­men, woh­nen aber noch getrennt. Das ist für sie auch in Ord­nung, sie besteht nicht dar­auf, mich jeden Tag zu sehen. Jetzt möchte ich mit eini­gen Freun­den aus mei­nem Fuß­ball­ver­ein für eine Woche nach Mal­lorca flie­gen. Sie möchte das nicht und würde es mir am lieb­sten ver­bie­ten. Sie hat sogar schon gedroht, die Bezie­hung des­we­gen zu been­den, weil sie der Mei­nung ist, ich setze fal­sche Prio­ri­tä­ten.

Mar­kus M. (32)

Es gibt keine all­ge­mein­gül­tige Ant­wort auf die Frage, ob man in einer Bezie­hung alleine in den Urlaub fah­ren darf oder nicht. Einige Paare sind noch nie ohne den ande­ren ver­reist und trotz­dem zufrie­den.

Gene­rell lässt sich aber schon sagen, dass eine gute Bezie­hung aus der rich­ti­gen Dosis von Nähe und Distanz lebt. Wenn man aus­schließ­lich auf den ande­ren fixiert ist, kann es pas­sie­ren, dass man sich irgend­wann nichts mehr zu sagen hat und sich gegen­sei­tig lang­weilt. Auch das Gefühl den ande­ren zu ver­mis­sen und sich auf­ein­an­der zu freuen, lernt man nur ken­nen, wenn man nicht jede freie Sekund zusam­men ver­bringt. Ob man ohne den Part­ner nur für ein paar Stun­den Freunde trifft oder alleine in den Urlaub fährt, muss jedes Paar für sich aus­ma­chen. Wenn die Bedürf­nisse zu weit aus­ein­an­der lie­gen, wird es sehr schwer, einen Kom­pro­miss zu fin­den.

Es wäre inter­es­sant zu wis­sen, was Ihre Freun­din gegen die­sen Urlaub hat. Denkt Sie, Sie wür­den sie dort betrü­gen? Wer das unbe­dingt möchte, hat auch zu Hause dazu die Gele­gen­heit. Oder fühlt sie sich ein­fach nur unge­liebt oder unwich­tig, wenn sie mit ande­ren Men­schen über meh­rere Tage hin­weg eine schöne Zeit ver­brin­gen? Ver­su­chen Sie mit ihr dar­über in Ruhe zu reden und ihre Äng­ste zu ver­ste­hen. Viel­leicht fällt es ihr leich­ter, Sie gehen zu las­sen, wenn Sie beide gleich damit anfan­gen, als näch­stes einen gemein­sa­men Urlaub zu pla­nen. Wenn Ihre Part­ne­rin gar nicht ein­sich­tig ist, müs­sen Sie sich über­le­gen was Ihnen wich­tig ist. Wenn Sie es sich nicht vor­stel­len kön­nen, auf das alleine Rei­sen zu ver­zich­ten, müs­sen Sie sich durch­set­zen, sonst wer­den Sie in die­ser Bezie­hung nicht glück­lich wer­den. Wenn es Ihnen aber nicht wirk­lich viel bedeu­tet ist es natür­lich in Ord­nung, Ihrer Part­ne­rin zu Liebe auf die­sen Allein­gang ver­zich­ten. Ent­we­der ganz oder Sie fin­den eine  Alter­na­tive dazu, wie ein ein Solo -Wochen­ende, statt einer gan­zen Woche, oder eine Reise mit einem befreun­de­ten Paar bei der die Män­ner auch mal unter sich sein kön­nen.

Ich liebe dich

Ich bin seit fast 2 Jah­ren mit mei­nem Freund zusam­men. Eigent­lich ver­ste­hen wir uns gut, aber er sagt mir nie, dass er mich liebt. Ich muss das nicht stän­dig hören und ich merke ja auch, dass ich ihm wich­tig bin, trotz­dem hab ich ein ech­tes Pro­blem damit, diese 3 Worte nie gesagt zu bekom­men. Inzwi­schen strei­ten wir regel­mä­ßig des­we­gen und er behaup­tet, dass er es unter Druck sowieso nicht sagen kann. Das stimmt so nicht ganz, denn vor­her kam auch nichts.

Lara T. (29)

Es ist nach­voll­zieh­bar, dass Sie diese magi­schen drei Wor­ten gerne hören wür­den, wenig­stens hin und wie­der. Da ihr Part­ner diese aber in der Ver­gan­gen­heit nicht mal ohne Druck aus­ge­spro­chen hat, wird er es in die­ser ver­zwick­ten Situa­tion erst Recht nicht kön­nen. Und falls doch, müsste er sich dann wahr­schein­lich anhö­ren, dass er das nur sagt, weil sie es von ihm ver­lan­gen.

Viel­leicht kann ihr Freund ein­fach nicht nach­voll­zie­hen, wie wich­tig die­ser ver­bale Lie­bes­be­weis für sie ist, weil er selbst eine andere „Lie­bes­spra­che“ spricht. Mehr dazu fin­den Sie in mei­nem Buch im fünf­ten Schritt. Im Rah­men mei­ner kosten­lo­sen Online­be­ra­tung würde ich ihnen ein spie­le­ri­sches Lösen Ihres Pro­blems vor­schla­gen.

Sie füh­len sich dadurch geliebt, dass ihr Part­ner Ihnen das sagt. Eigent­lich ist es eine Klei­nig­keit, die weder Zeit noch Geld kostet. Ihr Part­ner soll sich eben­falls etwas über­le­gen, das Sie leicht umset­zen kön­nen und wodurch er sich geliebt fühlt. Das kann zum Bei­spiel eine Whats­app-Nach­richt mit dem Text „Ich freu mich auf dich!“ oder das Mit­brin­gen sei­nes Lieb­lings­jo­ghurts aus dem Super­markt oder das gele­gent­li­che Weg­räu­men sei­ner Kaf­fee­tasse sein. Wenn Ihr Part­ner etwas in der Art gefun­den hat, eini­gen Sie sich beide dar­auf, dass Sie sich gegen­sei­tig zwei­mal in der Woche die­sen Lie­bes­be­weis erbrin­gen. Damit es zu kei­nen Miss­ver­ständ­nis­sen kommt, notie­ren Sie sich bitte im Kalen­der, wann es dazu kam. Wer seine Zwei­mal nicht abar­bei­tet, muss dem ande­ren dafür 20 Minu­ten den Rücken mas­sie­ren oder ihn zum Essen ein­la­den.

Jetzt wer­den Sie erst mal ent­setzt sein und den­ken, dass Sie auf ein „Ich-Liebe-Dich“ unter die­sen erzwun­ge­nen Umstän­den abso­lut kei­nen Wert legen. Zuge­ge­ben, am Anfang wird es sich für Sie beide tat­säch­lich komisch und unna­tür­lich anfüh­len. Da müs­sen Sie lei­der erst­mal durch. Oft hilft es, die Situa­tion zu ent­schär­fen, wenn Sie gemein­sam dar­über lachen kön­nen. Mit der Zeit wird das Erbrin­gen Ihrer Lie­bes­be­weise immer selbst­ver­ständ­li­cher wer­den. Dann kön­nen Sie sich auch dar­auf eini­gen, diese nur noch ein­mal wöchent­lich oder zwei­mal im Monat zum Ein­satz zu brin­gen und dafür noch andere nette kleine Gesten und Taten ein­flie­ßen las­sen. Damit Sie gegen­sei­tig nicht dem Freude daran ver­lie­ren, dem ande­ren eine Freude zu machen, ist es wich­tig, dass Sie den ande­ren wis­sen las­sen, dass Sie seine Bemü­hun­gen zur Kennt­nis genom­men haben. So fällt es Ihnen leich­ter, Ihre neu gewon­ne­nen Ver­hal­tens­wei­sen dau­er­haft bei­zu­be­hal­ten.

Das liebe Geld

Mein Mann und ich hat­ten immer getrennte Kon­ten, ver­dien­ten in etwa gleich viel und strit­ten uns nie ums Geld. Seit wir zwei Kin­der haben, arbeite ich nur noch halb­tags. Das bringt es mit sich, dass wir über weni­ger Geld ver­fü­gen und somit auch weni­ger aus­ge­ben soll­ten. Mein Mann sieht das anders. Er gönnt sich nach wie vor jeden Schnick­schnack und ist nicht bereit sich ein­zu­schrän­ken. Das bedeu­tet, dass wir Rech­nun­gen oft erst nach der 2. Mah­nung bezah­len kön­nen. Des­we­gen gera­ten wir immer wie­der anein­an­der.

Marion S. (41)

In vie­len Bezie­hun­gen gibt es Streit ums Geld, weil es dazu zwei sehr gegen­sätz­li­che Posi­tio­nen gibt, näm­lich so viel wie mög­lich spa­ren und so viel wie mög­lich aus­ge­ben. Haben beide dazu die­selbe Ein­stel­lung, gibt es im ersten Fall wenig Schwie­rig­kei­ten, im zwei­ten Fall muss man auf­pas­sen, dass nicht irgend­wann der Gerichts­voll­zie­her vor der Türe steht oder, dass man in einem Not­fall auf kei­nen Not­gro­schen zurück­grei­fen kann.

Bei Ihnen und Ihrem Mann scheint es vor den Kin­der ja ganz gut geklappt zu haben. Jetzt möchte Ihr Part­ner wie vor­her wei­ter­ma­chen, was nicht klug ist, wenn Ihnen des­we­gen regel­mä­ßig Mah­nun­gen ins Haus flat­tern. Viel­leicht stecken bei Ihrem Mann andere Dinge hin­ter sei­ner Wei­ge­rung, ver­nünf­ti­ger mit Geld umzu­ge­hen. Es kann sein, dass er die Ver­ant­wor­tung, die er als Vater über­neh­men muss, ihn so viel Ver­nunft kostet, dass er wenig­stens in einem Punkt unver­nünf­tig sein möchte. Ein ande­rer Grund könnte sein, dass Ihr Mann sich in einer Mid­life-Krise befin­det oder dar­auf zusteu­ert. Diese sorgt manch­mal dafür, dass man irra­tio­nal han­delt, zumin­dest in bestimm­ten Berei­chen. Das sind aber alles Spe­ku­la­tio­nen, die nicht auf Ihren Fall zutref­fen müs­sen.

Haben Sie und Ihr Mann gemein­sam beschlos­sen, dass Sie wegen der Kin­der „nur noch“ halb­tags arbei­ten gehen oder fühlt er sich in die­sem Punkt über­gan­gen? Auch das kann zu Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten im Umgang mit Geld füh­ren.

Ich kann Ihnen hier nur eine pau­schale Lösung vor­schla­gen, die sich in vie­len Bezie­hun­gen gut bewährt hat. Jeder sollte sein eige­nes Konto behal­ten, aber zusätz­lich soll­ten Sie ein gemein­sa­mes anle­gen. Auf dem per­sön­li­chen Konto sollte für jeden der glei­che Betrag als „Taschen­geld“ blei­ben. Für was man es aus­gibt, ist die Ent­schei­dung jedes ein­zel­nen, der andere muss nicht zustim­men, auch wenn er die Anschaf­fung für abso­lut über­flüs­sig hält. Die Höhe die­ses Taschen­gelds rich­tet sich nach ihren monat­li­chen Aus­ga­ben und einem festen Betrag, den sie monat­lich spa­ren. Diese Summe kommt auf ihr Gemein­schafts­konto. Es wäre schön, wenn Sie und Ihr Mann sich dar­auf eini­gen könn­ten.

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