Vorwort

Erfah­ren Sie mehr über das Kon­zept und den Auf­bau von „Bezie­hungs­frust Ade!“.  Lesen Sie hier das Vor­wort und die Gebrauchs­an­wei­sung für die­sen ein­zig­ar­ti­gen Bezie­hungs­ratge­ber.

Das Buch „Bezie­hungs­frust Ade!“ ist Ihr Coach, der zu Ihnen auf die Couch kommt.

Alter­na­tiv kön­nen Sie sich das Vor­wort hier als Audio­file anhö­ren…

Liebe Paula, lieber Paul!

Braucht es das wirk­lich, ein wei­te­res Buch für Paare in der Krise?“, haben Sie sich viel­leicht gefragt, als Sie auf „Bezie­hungs­frust Ade!“ gesto­ßen sind. Zuge­ge­ben, es gibt bereits jede Menge Lite­ra­tur zu die­sem bri­san­ten Thema. Dar­un­ter befin­den sich fun­dierte Werke von renom­mier­ten Psy­cho­lo­gen und Ehe­be­ra­tern, die zahl­rei­che Rat­schläge für lern­wil­lige Paare ent­hal­ten. Meist fällt so eine Lek­türe dem­je­ni­gen in die Hände, der viel und gerne liest. Die­ser ver­schlingt sie und kann dabei gar nicht oft genug hef­tig nicken, betrof­fen zustim­men oder wis­send schmun­zeln. Pas­sa­gen, wel­che die eige­nen Kon­flikte beson­ders tref­fend beschrei­ben, wer­den dem Part­ner vor­ge­le­sen. Im Ide­al­fall hört die­ser auf­merk­sam zu und bestä­tigt die Par­al­le­len. Wenn der Leser auf der letz­ten Seite ange­kom­men ist, brennt er dar­auf, die neu­ge­won­ne­nen Ein­sich­ten zusam­men mit sei­nem Lebens­ge­fähr­ten umzu­set­zen. An und für sich ist das eine gute Idee, aber schon bald stößt er auf die ersten Schwie­rig­kei­ten bei die­sem Vor­ha­ben. Ange­sichts der Fülle von Erkennt­nis­sen weiß der frisch­ge­backene „Bezie­hungs­ret­tungs­ex­perte“ nicht so recht, womit er sein Pro­jekt begin­nen soll. An alle Inhalte kann er sich sowieso nicht mehr erin­nern, dafür war es schlicht­weg zu viel geball­tes Wis­sen auf ein­mal. Um mög­lichst viel davon zu behal­ten, hat sich manch einer wäh­rend des Lesens eif­rig Noti­zen gemacht. Das ist eine müh­se­lige, den Lese­fluss stö­rende Ange­le­gen­heit, die sich sel­ten lohnt. Kaum jemand fin­det in sei­nen eige­nen Auf­zeich­nun­gen das, wonach er sucht.

Trotz die­sen Hin­der­nis­sen ist der Bücher­wurm noch fest ent­schlos­sen, seine theo­re­ti­schen Kennt­nisse prak­tisch anzu­wen­den und setzt alles daran, auch sei­nen Part­ner dafür zu begei­stern. Es ist jedoch sehr wahr­schein­lich, dass sich die­ser bevor­mun­det fühlt, wenn er der­ar­tig belehrt wird: „Ich haben die­sen Bezie­hungs­ratge­ber fer­tig gele­sen und kann Dir jetzt sagen, wie wir unsere Pro­bleme in den Griff bekom­men. Also, pass mal auf…“ Manch einer reagiert dar­auf sogar mit Miss­trauen und unter­stellt dem Bele­se­nen mit­un­ter, er würde nur das zitie­ren, was ihm selbst ent­ge­gen­kommt und ande­res zu sei­nen Gun­sten abwan­deln oder „ver­ges­sen“ zu erwäh­nen. Hat der­je­nige mit dem Wis­sens­vor­sprung genug von sol­chen Vor­wür­fen, gibt er das Buch an sei­nen paar­the­ra­peu­tisch unbe­le­se­nen Part­ner wei­ter. Wenn die­ser nicht eben­falls zu den Viellesern gehört, lässt er es wahr­schein­lich auf sei­nem Nacht­käst­chen ver­stau­ben. Nicht jeder hat nach einem anstren­gen­den Arbeits­tag Zeit oder Lust, sich mit einem anspruchs­vol­len Fach­buch aus­ein­an­der­zu­set­zen. Wer den­noch damit anfängt, kapi­tu­liert meist nach eini­gen Sei­ten. Die vie­len Infor­ma­tio­nen ver­wir­ren eher, als dass sie schnelle Hilfe aus der Bezie­hungs­krise auf­zei­gen.

Sol­che Sze­na­rien spie­len sich in vie­len Part­ner­schaf­ten ab und haben nichts mit man­geln­der Intel­li­genz oder feh­len­dem Inter­esse anein­an­der zu tun. Die Bemü­hun­gen, Kon­flikte mit Hilfe eines her­kömm­li­chen Bezie­hungs­ratge­bers zu lösen, sind meist zum Schei­tern ver­ur­teilt. Wer sich trotz die­ser fru­strie­ren­den Erfah­rung nicht tren­nen will,  sieht in einer Ehe­be­ra­tung oft den letz­ten Aus­weg. Als Paar­the­ra­peu­tin mit eige­ner Pra­xis konnte ich viele Men­schen dabei unter­stüt­zen, ihre Liebe zuein­an­der wie­der­zu­ent­decken. Aus dem Wunsch her­aus, auch den­je­ni­gen zu hel­fen, die aus zeit­li­chen oder finan­zi­el­len Grün­den kei­nen The­ra­peu­ten auf­su­chen kön­nen oder dies ein­fach nicht möch­ten, habe ich „Bezie­hungs­frust Ade!“ geschrie­ben. Es unter­schei­det sich in sei­nem Kon­zept und Auf­bau grund­le­gend von ande­ren Bezie­hungs­ratge­bern und ist eine echte Alter­na­tive zur Paar­be­ra­tung. Ein gro­ßer Plus­punkt sind die kur­zen, genau auf den Punkt gebrach­ten Texte, die Sie nicht mit Infor­ma­tio­nen über­flu­ten. Statt­des­sen wer­den Ihnen klar und unkom­pli­ziert Wege auf­ge­zeigt, um wie­der zuein­an­der zu fin­den.

Die ein­zel­nen Kapi­tel (Schritte) stel­len, selbst für Lese­muf­fel und Men­schen mit wenig Zeit, keine nen­nens­werte Hürde dar. So kann sich jeder schnell und ein­fach Exper­ten­wis­sen im Umgang mit Kon­flik­ten und Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten aneig­nen. Die­ser Wis­sens­gleich­stand schafft die Basis für eine gleich­be­rech­tigte Zusam­men­ar­beit. Es ist wich­tig, dass sich beide für das Gelin­gen des har­mo­ni­schen Mit­ein­an­ders ver­ant­wort­lich füh­len. Jeder Schritt beinhal­tet auf das Wesent­li­che kon­zen­trierte theo­re­ti­sche Infor­ma­tio­nen, Arbeits­blät­ter für per­sön­li­che Auf­zeich­nun­gen und prak­ti­sche Arbeits­auf­träge. Die Kom­bi­na­tion die­ser drei auf­ein­an­der abge­stimm­ten Kom­po­nen­ten macht „Bezie­hungs­frust Ade!“ zu Ihrem per­sön­li­chen Coach. Sie bekom­men schritt­weise Werk­zeuge und Tech­ni­ken ver­mit­telt, die es Ihnen ermög­li­chen, selb­stän­dig und ziel­ori­en­tiert Pro­bleme zu ana­ly­sie­ren, zu lösen und zu ver­mei­den. Regel­mä­ßige Rück­blicke und Erfolgs­kon­trol­len ver­voll­stän­di­gen die­ses Kon­zept und sor­gen dafür, dass Ihr wie­der­ge­fun­de­nes Lie­bes­glück dau­er­haft den All­tag über­steht.

Bevor es zur Gebrauchs­an­wei­sung für die­ses Buch geht, möchte ich noch ein paar Anmer­kun­gen zu bestimm­ten Begrif­fen und For­mu­lie­run­gen machen: Bei Per­so­nen­be­zeich­nun­gen habe ich über­wie­gend die männ­li­che Form gewählt und meine damit natür­lich auch uns Frauen. Trotz der Gleich­be­rech­ti­gung bei­der Geschlech­ter ist das nach wie vor die beste Mög­lich­keit, Texte ein­fach und gut leser­lich zu ver­fas­sen. Homo­se­xu­elle Paare bitte ich eben­falls darum, sich nicht an geschlechts­spe­zi­fi­schen For­mu­lie­run­gen zu stö­ren. Selbst­ver­ständ­lich ist „Bezie­hungs­frust Ade!“ sowohl für ver­hei­ra­tete Men­schen als auch für Paare, die in „Wil­der Ehe“ leben oder nicht zusam­men woh­nen, geeig­net. Mit den Begrif­fen „Bezie­hung“, „Part­ner­schaft“ oder „Ehe“ meine ich sämt­li­che Vari­an­ten des Zusam­men­seins in einer auf die Dauer aus­ge­rich­te­ten Lie­bes­be­zie­hung.

 

Gebrauchsanweisung für das Arbeitsbuch

1. Das Buch an den Mann/​ die Frau bringen

Ihre Part­ner­schaft ver­läuft ver­mut­lich anders, als Sie sich das zu Beginn vor­ge­stellt haben. Viel­leicht den­ken Sie sogar über Tren­nung nach und befin­den sich in einer hand­fe­sten Krise. Auf der Suche nach etwas, das Ihnen da raus­hel­fen könnte, hat einer von Ihnen „Bezie­hungs­frust Ade!“ ent­deckt. Zum Kon­zept die­ses Buches gehört, dass es von bei­den gele­sen wird. Somit gilt es zunächst, Ihren Part­ner davon zu über­zeu­gen. Es soll Men­schen geben, die das auf fol­gende Art ver­su­chen: „Es gibt da ein viel­ver­spre­chen­des Buch für Paare mit Pro­ble­men. Aller­dings kann ich mir beim besten Wil­len nicht vor­stel­len, dass es bei uns einen Sinn macht. Ich kenne dich, du kannst und willst dich auf sowas bestimmt nicht ein­las­sen. Aber wir kön­nen es ja trotz­dem mal bestel­len…“ Dies ist sicher der fal­sche Weg, um Ihren Part­ner für Ihr Anlie­gen zu begei­stern. Ebenso wenig sind Sätze wie diese sinn­voll: „Du bist dabei, unsere Ehe zu zer­stö­ren. Die­ses Buch kann dir hel­fen, dein Ver­hal­ten zu ändern…“ Bes­ser ver­su­chen Sie Ihr Gegen­über mit die­ser Aus­sage zur Mit­ar­beit zu bewe­gen: „In letz­ter Zeit strei­ten wir oft. Das finde ich schade. Ich habe ein Buch gekauft, das uns unter­stüt­zen kann, wie­der auf­ein­an­der zuzu­ge­hen. Lass uns das doch ein­fach aus­pro­bie­ren.“ Wenn der andere noch Inter­esse an Ihnen und an Ihrem gemein­sa­men Leben hat, wird er zu die­sem Vor­schlag kaum nein sagen, selbst wenn er noch gar nicht weiß, was genau auf ihn zukommt.

2. Fortschritte und Rückfälle

Wenn Sie Schritt für Schritt vor­ge­hen und sich dabei an die Arbeits­auf­träge hal­ten, wird sich Ihre Bezie­hung zwangs­läu­fig ver­bes­sern. Aber nie­mand kann sich oder sein Ver­hal­ten über Nacht ändern, auch nicht Sie oder Ihr Part­ner. Sie wer­den viele Fort­schritte machen, es wird aber auch hin und wie­der zu Rück­fäl­len in alte Ver­hal­tens­mu­ster kom­men. Voll­kom­men­heit liegt nun mal nicht in der mensch­li­chen Natur. Wenn es Ihrem Lebens­ge­fähr­ten nicht immer gelingt, sein Bestes zu geben, ist es wich­tig, ihm das nicht auf diese Weise vor­zu­wer­fen: „Ich habe ja gleich gewusst, dass du alles ver­mas­seln wirst. Das Geld für die­ses Buch hät­ten wir uns spa­ren kön­nen!“ Der­ar­tige Äuße­run­gen sind äußerst kon­tra­pro­duk­tiv für eine Ver­bes­se­rung Ihrer Situa­tion. Trotz­dem ist es oft schwer, sich damit zurück­zu­hal­ten. Um das zu erleich­tern gibt es kleine, nütz­li­che Hel­fer: Mug­gel­steine.

 

3. Muggelsteine

Mug­gel­steine sehen aus wie hal­bierte und abge­flachte Glas­ku­geln. Sie wer­den meist zur Deko­ra­tion ver­wen­det und sind in vie­len Dis­coun­tern erhält­lich. Ihr erster Arbeits­auf­trag auf dem Weg zu einer har­mo­ni­schen Bezie­hung besteht darin, für jeden Mug­gel­steine in sei­ner Lieb­lings­farbe zu besor­gen. Man­che Paare ver­wen­den lie­ber Muscheln oder andere per­sön­li­che kleine Dinge und malen diese in zwei ver­schie­de­nen Far­ben an. Ihrer Krea­ti­vi­tät sind keine Gren­zen gesetzt. Was sich zunächst nach Kin­der­ge­burts­tag anhört, hat schon vie­len Men­schen gehol­fen, gelas­se­ner mit Aus­ein­an­der­set­zun­gen umzu­ge­hen. In den ein­zel­nen Schrit­ten die­ses Buchs wer­den Sie Ver­ein­ba­run­gen tref­fen, an die Sie sich hal­ten sol­len. Wenn das einem von Ihnen aus­nahms­weise nicht gelingt, muss er dem ande­ren, als Ent­schä­di­gung dafür, einen sei­ner Steine geben. Diese wer­den aber nicht nur zur Wie­der­gut­ma­chung ein­ge­setzt, son­dern auch als Aner­ken­nung. Wann immer Sie das Gefühl haben, dass Ihr Part­ner sich außer­or­dent­lich um Sie und um die Bezie­hung bemüht, soll­ten Sie ihn mit einem Stein beloh­nen. Wer fünf Stück gesam­melt hat, kann sie ein­tau­schen, zum Bei­spiel für eine Ganz­kör­per­mas­sage, eine Auto­wä­sche oder ein exklu­si­ves Abend­essen. Über­le­gen Sie zusam­men, was für Sie beide in Frage kommt. Die­ses spie­le­ri­sche Vor­ge­hen bringt Leich­tig­keit in das Pro­jekt „Schritt für Schritt die Liebe wie­der­ent­decken“. Es unter­stützt Sie dabei, Ihrem Part­ner seine „Ver­ge­hen“ nicht vor­zu­wer­fen und för­dert gleich­zei­tig Ihre eigene Moti­va­tion für kon­struk­ti­ves Ver­hal­ten.

 

4. Einzelne Schritte und Arbeitsaufträge

Bezie­hungs­frust Ade!“ ent­hält, im Gegen­satz zu manch ande­rer Fach­li­te­ra­tur, rela­tiv wenig Text. Mir ist klar, dass Sie kei­nen Lese­ma­ra­thon absol­vie­ren möch­ten, son­dern Ihre Part­ner­schaft ver­bes­sern wol­len. Damit jede rele­vante Infor­ma­tion für Sie leicht nach­voll­zieh­bar und vor allem dau­er­haft ein­präg­sam ist, besteht die­ses Buch aus kur­zen, über­sicht­li­chen Schrit­ten. Wenn jeder von Ihnen den aktu­el­len Schritt durch­ge­le­sen hat, set­zen Sie die darin ent­hal­te­nen Arbeits­auf­träge um. Dazu gehö­ren sowohl schrift­li­che Auf­zeich­nun­gen, auf dafür vor­ge­se­he­nen Arbeits­blät­tern, als auch prak­ti­sche Hand­lun­gen. Erst wenn Sie beide damit fer­tig sind und sich dar­über aus­ge­tauscht haben, gehen Sie zum näch­sten Kapi­tel wei­ter.

Las­sen Sie sich für die ein­zel­nen Auf­ga­ben die Zeit, die Sie brau­chen. Es ist wich­tig, dass Sie ganz bei der Sache sind. Ich emp­fehle Ihnen, sich pro Woche höch­stens zwei Schritte vor­zu­neh­men. Den Eif­ri­gen unter Ihnen wird das zunächst etwas lang­sam erschei­nen. Ver­ständ­li­cher­weise wol­len Sie so bald wie mög­lich wie­der zuein­an­der fin­den. Doch Ihre Bezie­hung hat sich sicher nicht von heute auf mor­gen ver­schlech­tert und somit kann auch nicht über Nacht alles wie­der in Ord­nung kom­men. Pla­nen Sie ein vier­tel bis hal­bes Jahr für die­ses Buch ein. Die ersten posi­ti­ven Ver­än­de­run­gen machen sich jedoch schon sehr schnell bemerk­bar. Das liegt daran, dass Sie an der gegen­sei­ti­gen Bereit­schaft, sich auf „Bezie­hungs­frust Ade!“ ein­zu­las­sen, erken­nen kön­nen, wie wich­tig Sie sich sind. Allein diese Erkennt­nis trägt viel dazu bei, dass Ihr Umgang mit­ein­an­der sofort wie­der lie­be­vol­ler und freund­li­cher wird.

Sie ahnen es sicher schon, um glück­lich mit­ein­an­der alt zu wer­den genügt es nicht, die Anwei­sun­gen zu lesen und ein- oder zwei­mal umzu­set­zen. Viel­mehr müs­sen die ver­än­der­ten oder neuen Ver­hal­tens­wei­sen zur Gewohn­heit wer­den und dau­er­haft in den All­tag ein­flie­ßen. Das gelingt nur, wenn Sie jedem Schritt genü­gend Zeit und Tat­kraft ein­räu­men und bereit sind, sich lang­fri­stig um Ihr Lie­bes­le­ben zu bemü­hen. Es ist nicht aus­rei­chend, nur solange auf Ihr Gegen­über ein­zu­ge­hen, wie Sie mit „Bezie­hungs­frust Ade!“ beschäf­tigt sind. Das bedeu­tet zwar kon­ti­nu­ier­li­chen Ein­satz, aber das Loh­nende an einer funk­tio­nie­ren­den Part­ner­schaft ist, dass Sie alles, was Sie inve­stie­ren, auch zurück­be­kom­men. Einige Arbeits­auf­träge wer­den Ihnen wie Klei­nig­kei­ten erschei­nen, die kaum erwäh­nens­wert sind. Lei­der gibt es kei­nen gro­ßen Geheim­tipp, der alle Pro­bleme mit einem Schlag besei­ti­gen kann. Viel­mehr sind es die vie­len klei­nen Gesten, Auf­merk­sam­kei­ten und Worte, die in ihrer Summe über die Qua­li­tät Ihres Mit­ein­an­ders ent­schei­den. Des­halb soll­ten Sie alle Anwei­sun­gen ernst neh­men, auch die, wel­che Ihnen wie Spie­le­reien vor­kom­men. Selbst­ver­ständ­lich haben Sie immer die Frei­heit, Anwei­sun­gen abzu­wan­deln, wenn Sie beide das für sinn­voll hal­ten. Wich­tig ist, dass Sie nur gut durch­dachte Ände­run­gen vor­neh­men.

Man­che Schritte ent­hal­ten am Ende eine Emp­feh­lung zum Wei­ter­le­sen. Das sind Bücher, die bestimmte The­men inten­si­ver behan­deln, als es in die­sem Rah­men hier mög­lich ist. Wenn ein Kapi­tel für Sie beson­ders inter­es­sant ist, kann es sinn­voll sein, die­ses durch wei­ter­füh­rende Lite­ra­tur zu ver­tie­fen. Aller­dings soll­ten Sie das erst machen, wenn Sie mit die­sem Arbeits­buch fer­tig sind, da es Ihre volle Auf­merk­sam­keit benö­tigt. Ich habe bei der Aus­wahl der Tipps dar­auf geach­tet, Ihnen Werke zu nen­nen, die inhalt­lich bedeut­sam sind und sich gleich­zei­tig flüs­sig und schön lesen las­sen.

 

5. Beziehungssonnen

Am Anfang von „Bezie­hungs­frust Ade!“ und nach jeweils fünf Kapi­teln begeg­nen Ihnen „Bezie­hungs­son­nen“. Diese Son­nen haben acht Strah­len, die für ver­schie­dene Berei­che einer Part­ner­schaft ste­hen. Die Strah­len sind dafür da, Ihre Zufrie­den­heit dies­be­züg­lich zum Aus­druck zu brin­gen. Dafür wer­den sie dem­entspre­chend aus­ge­malt. Wenn Sie bei­spiels­weise den „All­tags­strahl“ nur zum Drit­tel aus­ma­len, zei­gen Sie damit ohne Worte, dass Sie in die­sem Bereich Defi­zite sehen. Wenn Sie dage­gen den Strahl für Ach­tung fast ganz far­big machen, erfährt Ihr Part­ner, dass Sie mit der gegen­sei­ti­gen Wert­schät­zung zufrie­den sind. Da diese Son­nen im Laufe des Buches regel­mä­ßig auf­tau­chen, kön­nen Sie zuse­hen, wie sie immer far­ben­fro­her wer­den.

 

Im Fol­gen­den fin­den Sie die Erklä­rung, was die ein­zel­nen Son­nen­strah­len genau bedeu­ten:

- Liebe: Sehen Sie in Ihrem Gegen­über einen Lie­bes­part­ner zu dem Sie sich kör­per­lich und see­lisch hin­ge­zo­gen füh­len oder nur noch einen Mit­be­woh­ner?

- Ach­tung: Ach­ten und respek­tie­ren Sie sich gegen­sei­tig? Wie ist Ihr Umgang mit­ein­an­der? Freund­lich und wert­schät­zend oder eher her­ab­las­send bzw. genervt?

- Kom­mu­ni­ka­tion (= Gesprä­che): Klappt Ihr Aus­tausch über die Orga­ni­sa­tion des gemein­sa­men Lebens oder weiß der eine meist nicht, was der andere tut?

- Frei­zeit: Fin­den Sie, dass Sie genü­gend Zeit zusam­men ver­brin­gen? Sind Sie zufrie­den mit der freien Zeit, die jeder für sich alleine zur Ver­fü­gung hat?

- All­tag: Wie gut har­mo­ni­sie­ren Sie im All­tag? Sind Ihre Finan­zen fair gere­gelt? Fin­den Sie die Arbeits­tei­lung gerecht oder füh­len Sie sich mit Kin­dern, Haus­halt und Arbeit oft allein gelas­sen?

- Zukunfts­pläne (= Zukunft): Leben Sie eher vor sich hin oder haben Sie gemein­same Träume und Pläne, etwa für den näch­sten Urlaub, die näch­sten fünf Jahre oder sogar schon für Ihre Ren­ten­zeit?

- Sexua­li­tät: Wie zufrie­den sind Sie mit Ihrem Sexu­al­le­ben, sowohl qua­li­ta­tiv als auch quan­ti­ta­tiv?

- Nähe: Inwie­weit füh­len Sie sich mit Ihrem Part­ner ver­bun­den? Wis­sen Sie über seine Gefühls­welt Bescheid? Tau­schen Sie sich nicht nur über Orga­ni­sa­to­ri­sches aus?

Ich schlage Ihnen vor, zunächst nicht viel über die Son­nen zu reden, sie wir­ken auch ohne Worte. Es besteht anson­sten die Gefahr, dass Sie gleich zu Beginn zu viel über Nega­ti­ves spre­chen. Mit die­sem Buch ler­nen Sie, Ihr Mit­ein­an­der schritt­weise zu ver­bes­sern. Es ist kon­tra­pro­duk­tiv sofort alle Bau­stel­len anzu­spre­chen, das könnte Sie beide ent­mu­ti­gen. Für den Anfang reicht es, die aktu­el­len Son­nen zu betrach­ten und dar­auf zu set­zen, dass die ein­zel­nen Strah­len nach und nach immer vol­ler wer­den. Ler­nen Sie, Ver­trauen in sich und in Ihre Part­ner­schaft zu set­zen. Akzep­tie­ren Sie, dass alles seine Zeit braucht, denn „Gut Ding will Weile haben.“

 

6. Zwischenbilanzen

Nach jeweils fünf Schrit­ten erfolgt eine Zwi­schen­bi­lanz. Diese Rück­blicke sind dafür da, regel­mä­ßig zu über­prü­fen, wie es Ihnen bei dem Pro­jekt „Bezie­hungs­frust Ade!“ ergeht. Zudem wird dadurch sicher­ge­stellt, dass kei­nes der Kapi­tel in Ver­ges­sen­heit gerät. Soll­ten Sie sich bei einem Schritt zu wenig enga­giert haben, hilft Ihnen die  Zwi­schen­bi­lanz, sich das selbst­kri­tisch ein­zu­ge­ste­hen und zu ändern. Außer­dem kön­nen Sie Ihren Part­ner ohne große Worte auf die Punkte auf­merk­sam machen, bei denen er mehr Ein­satz zei­gen sollte. Jede Zwi­schen­bi­lanz ist in Tabel­len­form auf­ge­baut. Zunächst geben Sie den ein­zel­nen Schrit­ten eine Note von 1 bis 6. Damit bewer­ten Sie, wie sinn­voll und effek­tiv Sie die jewei­li­gen Kapi­tel für Ihr Bezie­hungs­pro­jekt ein­schät­zen. Anschlie­ßend geben Sie sich selbst Noten für Ihr ein­ge­brach­tes Enga­ge­ment und dann beur­tei­len Sie die Bemü­hun­gen Ihres Part­ners. Es kann pas­sie­ren, dass einer von Ihnen eine Bewer­tung nicht nach­voll­zie­hen kann. Wenn Sie zur ersten Zwi­schen­bi­lanz kom­men, haben Sie bereits ein Vier­tel die­ses Buchs bear­bei­tet und viel dazu gelernt. Das erleich­tert es Ihnen, im Bedarfs­fall sach­lich und fair über die Noten­ge­bung spre­chen.

Nach­dem nun hof­fent­lich alle Unklar­hei­ten besei­tigt sind, kann es los­ge­hen mit Ihrem span­nen­den Vor­ha­ben „Schritt für Schritt die Liebe wie­der­ent­decken“. Wenn Sie beide das­selbe Ziel vor Augen haben und im sel­ben Team spie­len, wer­den die näch­sten Wochen und Monate Ihr (Lie­bes- ) Leben dau­er­haft berei­chern. Wich­tig ist, dass Sie bei der Sache blei­ben, auch wenn nicht immer alles ganz so klappt, wie Sie sich das wün­schen. Heut­zu­tage ist es lei­der nicht mehr unbe­dingt modern, gemein­sam auch schlech­tere Zei­ten zu über­ste­hen. Die vie­len Dank­schrei­bun­gen von mei­nen Lesern zei­gen, dass es sich trotz­dem lohnt, um das gemein­same Glück zu kämp­fen. Eine bestän­dige, gleich­be­rech­tigte Bezie­hung trägt zur psy­chi­schen und phy­si­schen Gesund­heit bei und kann sogar die Lebens­er­war­tung erhö­hen. Wenn sich zwei Indi­vi­duen zusam­men­tun, las­sen sich gele­gent­li­che Rei­be­reien und Streit­punkte natür­lich nie ganz ver­mei­den. Das Geheim­nis von glück­li­chen Paa­ren liegt im rich­ti­gen Umgang mit die­sen Her­aus­for­de­run­gen. Mit Hilfe von „Bezie­hungs­frust Ade!“ kön­nen auch Sie eines die­ser glück­li­chen Paare wer­den. Ich wün­sche Ihnen, Katja & Andreas, viel Erfolg und Freude auf die­sem Weg!

Herz­lichst, Ihre

Karin Tschirk

Dieses Buch verändert Ihr (Liebes-) Leben

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